Der Ortsteil Schloßkulm der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel mit seinen 55 Einwohnern (Stand 30.06.2026) muss seit mehreren Jahren mittels Wasserwagen versorgt werden. Bereits seit Sommer 2022 wurde Schloßkulm immer wieder mal mit Trinkwasser durch einen Wasserwagen versorgt. In dieser Zeit wurde eher temporär zugefahren und es gab Schwankungen. Durch die zunehmende Trockenheit zeigte sich in den darauffolgenden Jahren, dass die Schüttung der Quelle massiv zurück ging und das Trinkwasserdargebot nicht mehr ausreichte. Hier kam immer häufiger der Wasserwagen zum Einsatz.
Während im Jahr 2024 12 Transporte nötig waren, stieg die Zahl im Jahr 2025 auf 131 Transporte an. Bis Ende September 2026 waren es 129 Transporte.
Aktuell werden 100% des Wasserbedarfs „per Achse“, also durch den Wasserwagen gedeckt. Dies bedeutet, dass ein- bis zweimal pro Woche ein Wasserwagentransport durchgeführt wird, um die notwendige Trinkwassermenge in den Hochbehälter einzuspeisen. Aktuell ist die Quelle komplett versiegt. Damit steht keine örtliche Versorgung mehr zur Verfügung. Für die subjektive Wahrnehmung der Bewohner stellt dies kaum eine Einschränkung dar, denn wir versorgen per Wasserwagen sicher und zuverlässig.
„Allerdings ist dies kein Dauerzustand. Wir haben bereits im Jahr 2021 eine Planung auf den Weg gebracht, mit der wir den Ortsteil Schloßkulm an das zentrale Trinkwasserversorgungssystem in Langenschade anschließen werden“, führt der Geschäftsleiter Andreas Stausberg aus.
Parallel dazu ist geplant, das bestehende neue Kanalsystem in Schloßkulm, welches in den 1994/1995 im Zuge der Trinkwasserversorgungsanbindung gebaut wurde, auch an das Schmutzwassersystem Richtung Langenschade anzuschließen.
Für das Teilprojekt Abwasser wurde in den letzten drei Jahren versucht, eine Fördermittelzusage vom Land Thüringen zu erwirken. Dies ist bislang gescheitert.
Für das Teilprojekt „Trinkwasseranschluss Schloßkulm” wurde aktuell ein Fördermittelantragsverfahren eingeleitet. Das Land Thüringen hat erst kürzlich eine neue Fördermittelrichtlinie für Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz in Kraft gesetzt. Sofern wir in der Fördermittelvergabe berücksichtigt werden, soll das Projekt in den Jahren 2027/28 umgesetzt werden. Für den Trinkwasseranschluss sind immerhin etwa 1,4 Mio. Euro (brutto) und für den Abwasseranschluss etwa 1,8 Mio. Euro (brutto) Investitionsmitteln zu erwarten.
Was die Einstellung der Wasserampel angeht, so wurde diese auf „Rot“ gestellt, da die örtlichen Wassermengen nicht ausreichen, um den Ort zu versorgen. Solange es sich „nur“ um einen Ort handelt, ist die Versorgung durch den wöchentlichen Wassertransport stabil gewährleistet. In den Sommermonaten 2026 kamen jedoch weitere Orte, insbesondere auf der Saalfelder Höhe, hinzu, sodass der Aufwand für die Wassertransporte stieg. Unsere Transportkapazitäten konnten diese Krisensituation auch unter verschärften Bedingungen gut meistern und die Kunden hatten praktisch jederzeit eine sichere Versorgung. Mit der Wasserampel möchten wir unseren Kunden eine Informationsplattform bieten, auf der sie die Versorgungslage einsehen können. Unser Appell lautet: Gehen Sie gerade in Krisensituationen sorgsam mit dem „Gut Trinkwasser“ um!
Ganz wichtig für uns und auch für die Einwohner von Schloßkulm ist: Sollten Sie größere Mengen Wasser außerhalb des täglichen Bedarfes benötigen, dann bitte geben Sie uns rechtzeitig Bescheid. Nur so können wir die Versorgungssicherheit gewährleisten“, resümiert Stausberg die aktuelle Lage.
Trinkwasserversorgung Schloßkulm - Wasserampel Rot